Spitze: Nicht nur auf das Material der Stöcke, auch die Spitze ist wichtig. Sie sollte einen Asphalt Pad aus Gummi mit Rillen haben. Nur diese Spitzen sind auch rutschfest und geben beim Walken einen guten Halt. Ausserdem wirken sie gerade beim Laufen auf hartem Untergrund wie eine Art Stossdämpfer und schützen dadurch Hand- und Armgelenke.
Griff: Der Stockgriff sollte aus griffigem und schweissabsorbierendem Material, wie z. B. Kork, bestehen. Der Grund: Griffe aus Plastik werden beim Schwitzen schnell glitschig. Man rutscht so nicht nur schnell ab, sondern braucht auch viel Kraft um den Stock zu halten. Dadurch kann es zu Verkrampfungen und Handschmerzen kommen.
Schlaufen: Achten Sie beim Einkauf unbedingt auf die Schlaufen (Daumenführung separat). Sie sollten in der Länge verstellbar sein, damit Sie sie auf Ihre Handgrösse einstellen können. Ausserdem sollte die Schlaufe keine harten Nähte oder Stellen haben, die beim Walken zu Blasen oder Reizungen der Haut führen.
Stocklänge: Die effektive Nordic Walking Technik (Nordic ALFA Technik) hängt von der richtigen Wahl der Stocklänge ab. Nur wenn die Stocklänge stimmt, kommt es zu einer flüssigen und harmonischen Bewegung.
Aus physiologischer Sicht empfiehlt sich eine maximale Stocklänge von ca. 2/3 der Körpergrösse oder der Faktor 0,66 x Körpergrösse.
Um zusätzlich Bein- und Armlängen zu berücksichtigen, hat sich als festes Mass für die optimale Stocklänge die Empfehlung Schlaufenausgang = Bauchnabelhöhe durchgesetzt (gemessen wird dies ohne Asphalt Pad und mit Nordic Walking Schuhen).
Tipp: Höhenverstellbare Nordic - Walking - Stöcke (sog. Teleskopstöcke) sind übrigens weniger empfehlenswert, denn in die Zwischenräume der Höhenverstellung kann Wasser und Schmutz gelangen und darunter leidet das Material.
Gute Nordic Walking-Stöcke gibt es z. B. von Exel, Leki, Comperdell und Swix und der Schweizer Firma KV+ und balanced optimal einzusetzen.
Das geeignete Schuhwerk:
Zum Nordic Walken benötigen Sie noch ein Paar gute Sportschuhe, die bequem sitzen und genügend Halt geben. Für den Anfang genügen auch ein Paar gute Jogging- oder leichte Wanderschuhe.
Wenn Sie sich neue Schuhe kaufen möchten, greifen Sie entweder zu Laufschuhen oder zu speziellen Nordic Walking-Schuhen. Wichtig ist vor allem, dass der Schuh eine gute Dämpfung hat, also den Fuss optimal schützt und ihm einen guten Halt gibt. So fällt das Walken leichter und macht auch mehr Spass. Ein solcher Schuh kostet ca. 100 – 200 SFr. Achten Sie beim Kauf nicht auf modische Finessen oder Farbe, sondern nur auf die richtige Passform.
Zwischensohle: Ein guter Schuh hat eine weiche Zwischensohle, die meist auf eine gebogene Leiste gearbeitet ist. Dadurch wird die natürliche Bewegung des Fußes unterstützt. Diese Sohle sollte aus Kunststoffschaum oder aus einem Dämpfungssystem mit Luftkanälen oder Gelkissen bestehen. Diese Materialien dämpfen den Aufprall beim Gehen am besten ab. Aus welchem Material die Zwischensohle besteht, erkennen Sie entweder an der entsprechenden Aufschrift auf dem Schuh, oder Sie fragen beim Verkäuufer nach. Wichtig: Eine dicke Sohle heisst noch lange nicht gute Dämpfung.
Pronationsstütze: Hierbei handelt es sich um eine Zwischensohle sowohl im vorderen als auch im hinteren Teil des Schuhes, die innen härter und außen weicher ist. Dadurch wird der Fuss gestützt und das Abknicken des Fusses nach innen verhindert.
Von einer Pronation (lat. pronare, pronatum = vorwärts neigen, bücken) spricht der Mediziner, wenn sich eine Extremität mehr als üblich einwärts dreht, umgekehrt bezeichnet die Supination (lat. supinare, supinatum = rückwärts beugen, rückwärts legen) eine übermässige Auswärtsbewegung. Dies bedeutet, dass sich der Fuss im Falle einer Pronation nach innen knickt. Die meisten Menschen neigen zu einer der beiden Formen und es gibt Sportschuhe, die die Pronation ausgleichen und solche, die eine Supination korrigieren können. Das richtige Paar Schuhe beugt übermässigen Belastungen im Beckenbereich aufgrund einer Fehlhaltung vor. Angeboten werden inzwischen auch spezielle Walking- oder Nordic Walking Schuhe, für die dieselben Regeln gelten. Das individuelle Mass an richtiger Dämpfung, Stützung und Führung ist ausschlaggebend für ein erholsames Walking.
Fersenkappe: Eine stabile Fersenkappe vermeidet, dass sich der Fuss beim Aufsetzen nach innen neigt. Ist sie weit nach vorne gezogen, bietet sie besonders guten Halt. Wichtig für Läufer mit O-Beinen: Hier verhindert eine stabile Fersenkappe das Abknicken des Fusses nach aussen.
Aussensohle: Die Aussensohle ist die eigentliche Schuhsohle. Sie kann aus einfachem Gummi oder Carbongummi sein. Carbongummisohlen sind haltbarer, aber auch schwerer und unflexibler als Gummisohlen. Wichtig: Je breiter die Aussensohle, desto stabiler wird der Fuss geführt. Und: je gebogener die Aussensohle, desto mehr wird das natürliche Abrollverhalten des Schuhes beim Laufen unterstützt.
Schaft: Als Schaft bezeichnet man den oberen Teil des Schuhes. Er sollte angenehm sitzen und an keiner Stelle drücken oder reiben. Je fester und dichter das Schaftmaterial ist, desto stabiler der Schuh.
Zunge: Die Zunge ist der Teil, der unter den Schnürbändern sitzt. Sie muss dick genug sein, damit sie den Fuss vor dem Druck der Schnürsenkel schützen kann. Aber aufgepasst: Die Zunge darf keine Falten bilden, sonst ist sie zu dick. Achten Sie ausserdem darauf, dass die Zunge nicht zu lang ist und an Ihre Fessel reibt.
Zehenbox: Die Zehen sollten im Laufschuh ausreichend Platz haben und sich bewegen können. Eine Verstärkung über dem grossen Zeh verhindert, dass sich durch das ständige Reiben dadurch ein Loch im Schuh bildet.
Tipp: Gute Nordic Walking-Schuhe gibt es z. B. von New Balance, Meindl und Salomon.
Wichtig: Nehmen Sie sich Zeit zum Schuhkauf und probieren Sie ihn vor dem Kauf unbedingt aus. Gute Fachgeschäfte haben Laufbänder in den Verkaufsräumen stehen, auf dem Sie den Laufschuh mindestens fünf Minuten Probe laufen sollten. Am besten übrigens am Nachmittag, denn dann sind die Füsse immer etwas dicker als am Morgen. Ein Schuh, der am Morgen noch gepasst hat, kann nämlich einige Stunden später drücken. Wenn Sie das Gefühl haben, dass alles passt, nichts drückt und der Fuss einen sicheren Halt hat, sollten Sie die Laufschuhe kaufen. Viele Fachgeschäfte bieten auch kostenlose Laufanalysen an. Ein ausgebildeter Experte beurteilt zunächst Ihren Laufstil und sucht Ihnen dann den für Sie richtigen Schuh heraus.
Tipp: Wenn Sie alte Laufschuhe zu Hause haben, nehmen Sie sie mit! Anhand der alten Schuhe kann ein guter Verkäufer Ihren Laufstil erkennen. Die Abnutzung des Materials gibt Hinweise darauf, ob Sie an einer Fehlstellung des Fusses leiden und ob der Fuss beim Laufen richtig abrollt. Einige Geschäfte bieten beim Kauf von Schuhen sogar an, dass sie die Schuhe, wenn Sie nicht mit ihnen zurechtkommen, wieder zurücknehmen und den Kaufpreis voll erstatten. Also, beim Kauf nach diesem Service fragen.
In punkto Kleidung gilt: Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur schlechte Kleidung. Damit Sie bei jedem Wetter richtig angezogen sind, sollten Sie Ihren Baumwoll - Jogginganzug jedoch lieber zu Hause lassen. Was Sie in punkto Kleidung beachten sollten und welche Materialen vor Wind und Wetter schützen:
Baumwolle ist absolut tabu. Der Grund: Baumwolle saugt den Schweiss, den der Körper beim Nordic Walking ausschwitzt, wie ein Schwamm auf. Dadurch wird die Kleidung nicht nur sehr schwer, sondern auch nass. Die Folge: Man fängt an zu frieren und holt sich ganz schnell einen Schnupfen oder eine Nierenentzündung.
Ideal zum Nordic Walking ist dagegen Sportbekleidung aus Fasern, die die Feuchtigkeit nicht aufnehmen, sondern nach aussen abtransportieren. Diese Eigenschaft besitzen
z. B. folgende Synthetikfasern: Polyester, Polyamid oder Polypropylen. Beim Einkauf sollten Sie deshalb auf diese Bezeichnungen, die auf dem Etikett stehen, achten. In welchem Anteil sich die Fasern zusammensetzen, ist egal. Der Vorteil dieser Kunstfasern ist, dass der Schweiss sofort vom Körper weggeleitet wird und an der Aussenseite der Kleidung verdunsten kann. Dadurch bleibt Ihre Haut trocken.
Kleiden Sie sich nach dem „Zwiebelprinzip“. Wenn es draussen kühl ist, einfach mehrere Schichten übereinander ziehen. Denn zwischen den einzelnen Schichten schaffen Sie somit auch Luftpolster, die ebenfalls wärmen.
Sommer: Als Sommerbekleidung sind im Handel kurze Hosen aus leichtem Material erhältlich, eng oder weiter geschnitten. Wer länger als 30 Minuten am Stück walkt, sollte besser zu eng anliegenden Hosen greifen. Denn weite Kleidung kann durch die Bewegungen ab einer gewissen Zeit unangenehme Reibung auf der Haut verursachen. Gute Sporthosen haben auch einen Innenslip, Sie können dann also auf Unterwäsche verzichten, die ebenfalls unangenehme Reibung auf der Haut verursacht, dazu sollten auch die Nähte möglichst flach sein. Je nach Temperatur sollten Sie ein T-Shirt mit oder ohne Ärmel tragen, das Shirt sollte eng geschnitten sein und dicht am Körper anliegen, damit die Feuchtigkeit schnell von der Haut abtransportiert werden kann.
Frühjahr/Herbst: Wenn es kühler als 15° C ist, sollten Sie lange Bekleidung tragen, also auch eine lange Sporthose. Das Material dieser speziellen Laufhosen ist sehr elastisch und passt sich dem Bein an. Achten Sie beim Kauf auf Reissverschlüsse an den Beinen, die erleichtern das An- und Ausziehen. Auch hier verhindern flache Nähte das Wund scheuern besonders an der empfindlichen Haut der Oberschenkelinnenseite. Was Sie zu diesen Jahreszeiten auch brauchen, ist ein langes Oberteil und eine wind- und regendichte Jacke. Ziehen Sie sich nach dem „Zwiebelprinzip“ an: Mehrere Schichten übereinander.
Winter: Bei Temperaturen von 0° C bis 5° C reicht eine dünne Wind- und Regenjacke über ein langarmiges Shirt mit einer langen Hose (wie oben beschrieben). Bei Temperaturen unter 0° C benötigen Sie jedoch eine gefütterte Hose. Diese speichert die Körperwärme besser und lässt die Muskeln nicht so schnell auskühlen. Auch leichten Regen weisen diese Hosen besser ab. Ausserdem benötigen Sie eine warme Multifunktionsjacke. Diese sollte wind- und regen abweisend sein und eine Innenfütterung haben. Vorteil: Jacken mit abtrennbaren Ärmeln können Sie auch für die weniger kalte Übergangszeit nutzen.
Beim Waschen von Sportbekleidung gilt: Auf keinen Fall Weichspüler benutzen und die Kleidung nicht in den Trockner geben. Denn beides senkt die Wirkung der aktiven Mikrofasern. Das Gewebe funktioniert nämlich so, dass sich durch die einzelnen glatten Fäden in der Webart Kanäle ergeben, durch die der Schweiss nach aussen transportiert werden kann. Weichspüler setzt diese Kanäle zu, der Trockner macht die Kanäle zu weich. Waschen Sie Ihre Laufkleidung deshalb besser mit Shampoo oder Wollwaschmittel, die sind besonders schonend.
Sportkleidung sollte atmungsaktiv sein und den Schweiss nach aussen transportieren. Achten Sie darum beim Einkauf darauf, dass Polyester, Polyamid oder Polypropylen auf dem Etikett steht. Gehen Sie mit der Hand in die Innenseite der Jacke. Blasen Sie mit dem Mund auf das Aussenfutter. So können Sie spüren, ob das Material auch luftdurchlässig ist. Ist das nicht der Fall, würden Sie zu sehr in der Jacke schwitzen.
Achten Sie auch auf die Nähte! Sie sollten flach sein, damit sie nicht kratzen oder die Haut reizen. Jacken, Westen oder Regenbekleidung sollten auch von innen mit einem flexiblen Kunststoffstreifen verschweisst sein. Nur so kann keine Feuchtigkeit von aussen nach innen gelangen.
Die Reissverschlüsse sollten durch eine Stoffleiste abgedeckt sein. Liegen sie dagegen frei, haben Regen und Wind freie Bahn. Bei schlechtem Wetter werden Sie dann schnell nass oder beginnen zu frieren.
Achten Sie auch darauf, dass sich Reflexionsstreifen auf den Jacken und Hosen für den Herbst und Winter befinden. Denn in der kalten Jahreszeit wird es früher dunkel und so werden Sie beim Laufen z. B. von Autofahrern besser gesehen und gefährliche Situationen werden vermieden.
Praktisch ist es, wenn Hosen oder Jacken kleine Taschen mit Reissverschluss haben. Darin können Sie prima Ihre Schlüssel oder etwas Geld verstauen.